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Kurzanleitung zum Gebrauch der Prüfbögen
In Fällen einer möglichen Kindeswohlgefährdung können sich
ASD-Fachkräften je nach Fallgrundlage und Bearbeitungsstadium unterschiedliche Einschätzungsaufgaben
stellen. Auf der Grundlage einer Analyse der vorliegenden Forschung
haben wir verschiedene solche Einschätzungsaufgaben herausgefiltert. Eine
detaillierte Beschreibung finden Sie in den Fragen 59 und 73.
Für die meisten Einschätzungsaufgaben sind aus
Untersuchungen zumindest einige aussagekräftige Anhaltpunkte bekannt, die
Fachkräfte bei der Meinungsbildung unterstützen können. Auf dieser Basis haben
wir für die Mehrzahl möglicher Einschätzaufgaben die nachfolgend aufgelisteten Prüfbögen erstellt, in denen
zu berücksichtigende Faktoren enthalten sind.
Bei der Anwendung im Einzelfall sollten die vorliegenden
wichtigen Informationen anhand der aufgeführten Kriterien und Anhaltspunkte
zusammengetragen und geordnet werden. Eine Einschätzung sollte aufgrund einer
Gesamtbetrachtung unter Einbezug möglichst vieler Kriterien vorgenommen werden.
Eine Ausnahme stellen die Prüfbögen zur „Sofortreaktion bei
Meldung“ und zur gegenwärtigen „Sicherheit des Kindes“ dar. Hier kann auch
schon ein einzelner vorliegender Anhaltspunkt für eine akute schwerwiegende
Gefährdung ausreichen um eine sofortige Kontaktaufnahme bzw. um sofortige
Sicherheitsmaßnahmen angezeigt erscheinen zu lassen.
Bei der Anwendung kann es sein, dass einzelne der aufgeführten
Faktoren im Einzelfall nicht anwendbar sind, weil sie beispielsweise nur auf
Kinder eines bestimmten Altersbereichs abzielen. Weiterhin kann es sein, dass
sich als Ergebnis des Durcharbeitens des Prüfbogens zeigt, dass wesentliche
Informationen noch eingeholt werden müssen.
Die wissenschaftlichen Grundlagen und relevanten Studien zu
jedem Prüfbogen finden Sie in den zugeordneten Handbuchfragen (siehe Liste der
Prüfbögen) aufgeführt. Wir empfehlen dringend vor einer Anwendung der Prüfbögen
die entsprechenden Kapitel zu lesen um Missverständnisse soweit als möglich
auszuschließen.
Die Prüfbögen zielen darauf ab, Einschätzungsprozesse gut zu
strukturieren und mit Wissen aus empirischer Forschung anzureichern. Sie
ersetzen nicht Schulung, Training und Erfahrung der Fachkräfte. Die Prüfbögen können in der vorliegenden Form angewandt
werden. Natürlich können die angeführten Kriterien und Anhaltspunkte aber auch
in lokal entwickelte Verfahren integriert werden.
Meldebogen "Kindeswohlgefährdung" (Word-Formular)
Prüfbogen „Erfüllung kindlicher Bedürfnisse“ (Word)
Prüfbögen als Word-Formulare zu folgenden Risikobereichen:
Sofortreaktion nach Meldung einer Kindeswohlgefährdung (siehe Beitrag zu Frage 48)
Prüfung der Sicherheit des Kindes (siehe Beitrag zur Frage 71)
Prüfung des Misshandlungs- und Vernachlässigungsrisikos (siehe Beitrag Frage 70)
Besonderer Förderungsbedarf des Kindes (siehe Beitrag zu Frage 60)
Prüfung der Ressourcen des Kindes (siehe Beitrag zu Frage 61)
Prüfung der Veränderungsfähigkeit der Eltern (siehe Beitrag zur Frage 72)
Prüfbögen als Word-Formulare zur Einschätzung der Erziehungsfähigkeit der Eltern (Sorgeberechtigten) in Hinblick auf:
Pflege und Versorgung (siehe Beitrag zur Frage 63)
Bindung (siehe Beitrag zur Frage 64)
Regeln und Werte (siehe Beitrag zur Frage 65)
Förderung (siehe Beitrag zur Frage 66)